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Archiv für 2011|Jahresarchiv

Day#28-29 // Those were the reasons and that was New York

In Uncategorized am 18. Mai 2011 um 8:14 vormittags

Das Ende einer Reise, die keine Reise sein sollte, sondern ein Aufenthalt. Ich wollte kein Tourist sein, sondern einer der plötzlich da ist. Immer und überall. Ich wollte eine Art Extrem generieren: allein, bohémien, flanierend. Mich aufsaugen mit Neuem, Pfade einlaufen, Nachdenken, gewisse Dinge hinterfragen, Erkenntnisse gewinnen. Mit dem Druck von geschichtlichem im Rücken, dem Druck der Moderne. Dafür erschien mir New York sinnvoll, dafür erschien mir das Chelsea Hotel sinnvoll. Das Chelsea, immer wieder das Chelsea. Es hat sich gelohnt in diesem komischen Ding zu residieren, wo sich keiner um einen schert, wo man fast um Zuneigung ringen muss. Das einen komischen Rückzugsort bietet, wo aber doch noch immer absurdes stattfindet. Und sobald man diese Burg verlässt, steht man auf dem Laufsteg. Man wird registriert, nahezu angestarrt. Es ist diese Liebe der New Yorker für jegliche Extravaganz, welche kenntnisreich goutiert wird. Man will seltsames sehen. Anders als in Berlin, wo es allen total egal ist, wer du bist und wie du aussiehst, hauptsache du störst den anderen nicht. Nicht so hier, hier ist das optische Nahrung. Und das strengt an auf Dauer. Denn man gehört zum Bild. Es ist der Sound der Metropole. Es ist der süße Krach der Metropole.

Ich habe so viel Kunst gesehen wie wahrscheinlich noch nie zuvor in meinem Leben. Ich war in Ateliers, in Galerien, in Museen, in den Hochschulen, bei Eröffnungen. In solch einem Rausch alles sehen zu wollen war ich schon lange nicht mehr, es war wie eine Sucht. Ein Sucht nach Kunst, eine Suche nach Kunst. Dabei hatte ich das große Verlangen auch alle treffen zu wollen, weil es einfach möglich war. Und so hatte ich tolle Gespräche mit tollen Menschen, es stellte sich sogar ein inhaltliches Thema der Reise heraus. Es galt der Verschränkung von Text und Bild über das ich die ganze Zeit nachdenken musste.

Mit die besten Tage hatte ich dann in Chicago, weil ich dort neue Freunde gefunden habe. Diese Einigkeit war überwältigend und bedeutet mir sehr viel. Ich stellte auch fest, wie einfach es doch ist, auf Leute zuzugehen und sich zu öffnen. Ich konnte das lange nicht so unbefangen. Nun ging es und es hat sich jede Sekunde gelohnt. Denn hier in dieser eher intimen Großstadt tauchte ich als wirkliche Skurilität auf, ein großer Deutscher der plötzlich überall war (und ich gab mir Mühe überall zu sein). Man war an mir interessiert und ich an ihnen. Und so wurde ich innerhalb von Stunden integriert, da die Erkenntnis darüber, dass ich einer von ihrem Schlag war jede Fremdheit aufwog. Man legte mir im Scherz nahe als Bürgermeister zu kandidieren.

Fast zu bildhaft ist auch die Begebenheit, dass über 3 Wochen hinweg ständig ein Packet mit meinem neuen Katalog hinter mir her war, immer ein wenig zu spät. War er in Köln, war ich in New York, war er in New York, war ich in Chicago. Wartete ich bei der Post warfen sie ihn währenddessen dann doch in den Briefkasten. Wie als ob ich neuen Erkenntnissen entgegenpresche und mir verweigert wird, auf eine Basis zugreifen zu können. Ich war für alle immer ein unbeschriebenes Blatt. Die Beschriftung musste ich immer im selben Moment vornehmen. Das war eine Herausforderung. Es erdet, denn man muss seine Rolle definieren.

Die Erkenntnis meiner Reise?
Es geht nur um Qualität. Um nichts anderes und in allen Belangen.
Dafür hat es sich gelohnt.

Day#26-27 // Hardcore Artwalk

In Uncategorized am 15. Mai 2011 um 5:42 nachmittags

Gestern Abend noch auf der Bühne, heute schon in einen Smalltalk verwickelt. Pianist Levingston und ich hielten einen kleinen Plausch auf der Straße. Wie es sich eben gehört unter Künstlern. Aber ich hatte es eilig, denn ich hatte eine Mission zu erfüllen, für den Kollegen Diefenbach im fernen Frankfurt:

–ERBEN GALLERY LOOKS GREAT–STOPP–TOLLE AUSSTELLUNG–STOPP–ERBEN SEHR NETT–STOPP–IRRE GUTES BILD VON KOETHER–STOPP


Erben Gallery

–TILTON IM DRITTEN ANLAUF ENDLICH GEFUNDEN–STOPP–STAFF SEHR UNFREUNDLICH–STOPP–AUSSTELLUNG BIZARR–STOPP–GROSSARTIGE RAEUME–STOPP–DIEFENBACH WAERE DORT MAL WIEDER FAELLIG–STOPP–UNBEDINGT SOGAR–STOPP–



Tilton Gallery

Dann hab ich noch 5000 andere Galerien angesehen, mein Gott, das nimmt alles gar kein Ende mehr. Allerdings war ich in einer fantastischen Gruppenausstellung nur mit Malerinnen, das war eines meiner highlights bisher. Eine Projektausstellung von Harris Liebermann, von Amy Sillmann über Cecily Brown bis Dana Schutz. Meine Lieblingsarbeit war aber ganz klar das Bild mit Henkeln oder Ohren (je nachdem) von der leider schon in den 90igern verstorbenen Künstlerin Moira Dryer. Ein Knaller. Auch gut fand ich Rebecca Morris und mit Joyce Pensato kann ich auch immer mehr anfangen.



Liebermann: A Painting Show


Moira Dryer


Zum Mittag habe ich mich dann in meinem Lieblingslokal mit den Kavi Gupta Leuten Julia und Peter getroffen, das war super nett. Das Lokal ist auch der Hit, für 13 Dollar tischen die einem Portionen auf, unfassbar und vorallem unschaffbar! Am Abend dann zur Eröffnung von “Gold Records” – ich bin schon voll drin, es stürmte gleich die Assistentin von der James Fuentes Gallery auf mich zu, die ich am Nachmittag kennengelernt habe. So hatte ich gleich Smalltalk-Anschluss. Es war aber alles ohrenbetäubend laut, so voll war die Eröffnung. Mit Juliane dann weiter in die Beauty Bar gezogen, wo man sich während des Trinkens noch die Nägel machen lassen kann, zumindest als Frau. Ganz lustig, könnte auch in den Prenzlauerberg passen. Bars mit Clou. Wer’s mag…


Opening Gold Records



de Kooning at the Pace Gallery

Am Samstag nun in der Upper Eastside unterwegs gewesen und ziemlich ausgelaugt vom Big City Life. Nun gut. Nachdem ich nun endlich die Tilton Galerie gefunden hatte (ich hatte immer die falsche Adresse notiert) sah ich mir die GROSSARTIGE de Kooning Ausstellung bei Pace an. Meine Güte, ich konnte gar nicht mehr aufhören hinzusehen!
Am Abend wollte ich dann noch schnell zur Eröffnung des Whitney Study Program. Auf dem Weg durchs Treppenhaus im Chelsea dröhnte plötzlich Gitarrensound an mein Ohr und siehe da, in Zimmer 303 verbirgt sich doch tatsächlich ein Frisörstudio, das zur Sommerparty geladen hatte. Irgendwie ist es schon schräg hier und mir erschließt sich auch mehr und mehr das Geheimnis, was dieses Haus mit sich trägt. Es ist ein Hort von Seltsamkeiten. Gestern kam mir z.B. ein alter Mann mit weissen Haaren entgegen, die Haare waren aber komplett tätowiert. Er wohnt wohl im 2. Stock und keiner weiss was er macht. Man wird übrigens wenn man länger als 20Tage im selben Zimmer wohnt “Resident” und bezahlt normal Miete. Das ist skuril.
Nun gut, ab zum Whitney Program. Das war aber eher lahm. Hier wird Kunst mehr oder weniger rein theoretisch gelehrt, so sah es dann auch alles aus – es hätte alles von ein und der selben Person stammen können. Aber das Programm hat ja einen ziemlich guten Ruf… Schnell ein Bier gekippt, ich konnte kaum noch stehen, weil ich so alle war.


Roomparty at The Chelsea


Whitney Study Program

Na ja, hilft ja aber alles nix, ich hatte ausserdem noch der Hotelconnection versprochen mit ins Moma PS1 zu kommen. Und das hat sich mal richtig gelohnt. Ich dachte ja ich gehe zu einer Performance, es war abe ein richtiges Konzert der Band SSION. Ich wunderte mich beim Warten auf meine Kumpels schon, warum immer mehr exzentrische Gestalten auftauchten, ein Typ der WIRKLICH Jesus war, Frauen mit extravagenter Robe und entblößten Hintern, vollbärtige Männer in Miniröcken. Dann ging das Konzert los und ich war echt geflashed, das war knallhart. Pop vom allerfeinsten, der Frontmann mit dem Charisma eines Freddy Mercury was mich sehr beeindruckte, und eine tolle Bühnenshow, voll mit tausend Lady Gagas als Background, dagegen ist die eine Grundschülerin. Allein jeder einzelne Bandmusiker war eine völlig präzise Figur, da war von den Beachboys bis Klaus Nomi, The Strokes bis Rufus Waynwright alles dabei, und die Frauen erst… Super, ich werde definitiv ein Fan! “So muss 2011 aussehen” sprachs und wir begossen und betanzten die Erkenntnis in 3 weiteren Clubs und einer Houseparty. Keine Ahnung wo ich war, aber danach alleine mit dem Taxi durch die nächtlich düstere Stadt zu fahren hatte etwas sehr befreiendes.


SSION

Day#25 // Leo Koenig Opening and Carnegie Hall

In Uncategorized am 13. Mai 2011 um 3:09 nachmittags

Am Mittag hatte ich einen Termin im Art Institute in der Eldridge Street, welches von Anthony Hubermann betrieben wird. Ein ziemlich interessanter Projektraum, denn über 6 Monate wird sich in diesem Institut mit der Arbeit eines einzelnen Künstlers auseinandergesetzt und nach dessen Berührungspunkte mit anderen Künstlern gesucht. Im Moment gab es Arbeiten von Jo Baer zu sehen, das sah ziemlich interessant aus! Ein Ort zum merken!

Danach ging es weiter in die Nicelle Beauchene Gallery, wo es eine sehr schöne Ausstellung von Cheryl Donegan & Tom Meacham zu sehen gab. Von der Galerie wird auch mein Kumpel Jim Lee vertreten, klein aber fein!


Nicelle Beauchene Gallery

Da ich schonmal in der Gegend war kam ich nicht umhin, nochmal in Chinatown essen zu gehen. Wer immer die Gelegenheit hat: es gibt Restaurants wo man für 4 Dollar 4 Speisen aussuchen kann, das ist super lecker und man hat eine riesige Auswahl. Da kann man süchtig werden! Aber die Zeit drängt, ich habe eine Verabredung mit David Nolan in seiner Galerie, wir hatten uns in Chicago verabredet. David ist großartig und ich freue mich schon auf seine neue Galerie in Berlin in der Potsdamer Straße, im Gebäude des Tagesspiegels. Hier gibt es aber erstmal eine sehr schöne Ausstellung von Alexander Ross zu sehen. Danach noch eben zu Luhring Augustein, wo es eine wahnsinnig tolle Kippenberger Ausstellung gibt. WOW!!


David Nolan Gallery


Luhring Augustein Gallery

Auf dem Heimweg lief ich Wendy White und ihrem Mann über den Weg, wie schön. Wir genehmigten uns einen Drink, dann ging es zur Eröffnung von Torben Giehler bei Leo Koenig. Es war rammelvoll, die Ausstellung war ziemlich gut. Giehler ist bei uns ja immer noch ziemlich unbekannt, hier aber glaube ich eine große Nummer. Im Projektraum gab es noch eine Ausstellung von Tony Tasset, weswegen auch die Kavi Gupta Crew aus Chicago da war. Wir verabredeten uns alle für den nächsten Tag, denn leider musste ich schon wieder weiter, auf dem Weg sah ich mir noch schnell die Kate Moss Show nebenan an, wie zu erwarten alles voller fashionistos und -as…


Opening Leo Koenig – Kind nicht Teil der Ausstellung…

Wie ich ja schon berichtete bin ich jetzt (zeitweise) Teil des Chelsea-Hotelclans, weswegen ich auch mit einer Freikarte für das Konzert des Pianisten Bruce Levingston bekam, der hier im 2. Stock residiert. Hervorragend, denn so hatte ich Gelegenheit umsonst in die Carnegie-Hall zu kommen! Levingston spielte in einer etwas effektforcierten Weise ein sehr gemischtes Programm zusammen mit dem Geiger Colin Jacobsen, der sicherlich nicht zu den besten seiner Zunft gehören dürfte. Es war aber ein sehr netter Abend, obwohl mir dieser scharfe amerikanische Streicherklang ein wenig aufs Gehör schlug. Dieser passte nämlich überhaupt nicht zur Stückauswahl, nichtsdestotrotz, wer einmal die Gelgenheit haben sollte Avo Pärts Concerto für Violine und Klavier “Spiegel im Spiegel” zu hören, es ist ein fantastisches Stück!!!! Das Publikum war klatsch- und feierfreudig, hier gibts gleich für alles Standing Ovations.
Danach war ich aber alle, obwohl der Kollege Marlon noch um die Häuser ziehen wollte musste ich passen, so langsam schlaucht das Leben hier und das ständige Rumgerenne, ich muss mal wieder ins Atelier…

Day#22-24 // Back in New York

In Henning Strassburger am 12. Mai 2011 um 7:02 vormittags

Zurück aus Chicago (mir zitterten noch die Hände vom vielen Feiern) habe ich ein sau geiles Zimmer im Chelsea abbekommen, genau neben dem coolen Schild. Warum zur Hölle habe ich die letzten Wochen in so einem schäbigen Loch zugebracht? Ich bin auch zu blöd, ich hätte einfach mal fragen sollen…

Nun gut, back in town. Es fühlt sich alles schon ziemlich normal an, man kennt sich aus, der Kioskmann weiss wie ich meinen Kaffee haben will, der Funkguitarrist an der Ecke grüsst mich freundlich und baut mich in seinen Song ein. So geht’s.
Na ja, gleich mal ein paar neue Ausstellungen in downtown abchecken, besonders war ich auf Garth Weiser gespannt, die Show ist ziemlich gut! Bei Casey Caplan:

Am Abend klingelt das Telefon, Marlon von der Rezeption.Ob ich mit feiern gehen will. Wow, ich gehöre jetzt zum Chelsea-Clan. Er wartet schon mit seinem Kollegen, einem Designer von Marc Jacobs in der “Lobby”. Lustig wie sich manche Kreise immer zu schließen scheinen, habe ich nicht vor einer Woche noch Ausgehlisten für MJ für Berlin erstellt??
In irgendeiner versteckten Tür gehen wir in eine Bar, was soll ich sagen: TRAAAANSEN! Ich hab furchtbaren Schiss vor diesen riesigen Weibern, aber ich finde das als so ein romantisches Bild gut. So stelle ich mir eben irgendwie Big City Party Life vor. Es war Karaoke Nacht und man kann sich nicht vorstellen, wie manche nach der Bühne gieren. Da war ein Mädel die The Wizard of Oz gesungen hat, die muss ewig dafür geübt haben, sie hatte sogar ein Bühnenkleid an. Andere haben komplette Duettperformances hingegt. Irre. Wir haben ziemlich viel gesoffen, dann gings wieder ins Hotel und wir haben noch auf irgendeinem Zimmer das eine oder andere Budweiser gekleert, nebenan schlief die Tochter von Curt Cobain.. Was auch immer die in ihrem Leben macht ausser die Tochter zu sein. Aber total lustig, dass ich jetzt hier intergriert worden bin. Ich bin begeistert!

Achso, gestern bin ich im vorbeilaufen ins Empire State Building gestolpert, ich wollte eigentlich keine wirklichen Touristenaktivitäten unternehmen, aber ein Blick auf die Stadt ausserhalb eines Flugzeuges kann ja nicht schaden. Und es war es wert, man bekommt ein anderes feeling für die Stadt. Denn z.B. in Chicago hat man die Größe immer vor Augen, da sich immer Ansichten der Stadt während des Laufens ergeben. Hier ist man ja immer in Schluchten und schaut nie hoch. Vielleicht hat es auch mit dem Lauftempo zu tun, in Chicago schlendert man, hier hetzt man. Deswegen bin ich hier auch schon knappe dutzend Male fast überfahren worden. Alles haben es sooo eilig!

Day#17-21 // Back to School – Albert Oehlen, Richard Artschwager…

In ART, HUSTling around!! am 9. Mai 2011 um 2:51 vormittags

Wow,
that’s my kind of town
Chicago is!


Chicago. Die letzten Tage waren so aufregend, ich bin nicht einmal an den Computer gekommen. Ich habe so viele tolle neue Leute kennengelernt, ich bin wirklich noch ganz euphorisch!
Es ging schon gut los, der erste Abend wurde bei einigen Martinis mit Albert Oehlen und John Corbett in Al Capones Stammbar “Green Mill” begossen, angeblich gibt es noch immer unterirdische Tunnel zu seiner Mafiosi-Bank auf der anderen Straßenseite. Genau so hatte ich mir Chicago vorgestellt! John fuhr mich dann entlang der großartigen nächtlichen Uferpromenade des Lake Michigan (ich dachte es wäre das Meer…peinlich) zu meiner Unterkunft, er hatte was bei Studenten organisiert.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, wähnte ich mich in der MP (aka Männerpension) in Offenbach, da wusste ich schon, das wird eine coole Zeit. In der WG wohnen Greg, Mario und Josh, drei super Typen die am Art Institute studieren. Dort habe ich mich dann auch den ganzen Donnerstag rumgetrieben, zunächst in der MFA Show, dann während der “Crits”.


MFA Show School of the Art Institute of Chicago

Das ganze muss ich kurz erklären: In der letzten Semesterwoche finden die sogenannten Crits (Critiques) mit gemischten Panels statt, d.h. dass vor Lehrenden aus allen Fakultäten die Arbeit verteidigt werden muss. Auf die Zusammensetzung der Panels hat der Student keinen Einfluss. So kann es eben sein, dass man vor einem Architekten, einer Modedesignerin und einem Lehrenden für kreatives Schreiben seine Kunst präsentiert. Und dann geht es richtig eine Stunde lang in die Diskussion, alle schreiben fleissig mit. Was bei diesen Panels allerdings an Fragen herauskommt, kann man sich ja fast schon vorstellen. Doch das wirklich beeindruckende ist, dass die einfach lernen wie man sich präsentieren muss, sonst wird man untergebuttert. Das sind alles Vollprofies, da ist unsereins ein Dilletant. Eine der ersten Fragen eines Lehrers war zum Beispeil: “Ah, interessant. Was exakt ist dann dabei der verkäufliche Teil der Arbeit?” Das muss man sich mal vorstellen, da geht es von Anfang an um knallhartes Buisnes. Und auch die Studenten, die zahlen sehr viel Studiengebühren und wollen auch echt was für ihre Kohle haben, da wird nicht lange gefackelt.
Nach diesem Tag war ich richtig fertig und lernte am Abend meine Gastgeber Mario und Greg bei ordentlich viel Bier in der Küche näher kennen.

Am Freitag habe ich mir weitere Panels reingezogen, ich bin ganz verwirrt. Da muss man über vieles nachdenken, wie das eben alles so funktioniert mit der Kunst. Es ist unheimlich spannend und gibt meiner Reise nochmal richtig inhaltlichen Pfeffer. Ganz anderen Pfeffer gab mir allerdings auch der Abend. Ich bin nämlich gleich schon gestern zu einem Barbeque eingeladen worde, mit meinen hässlich gefärbten Haaren wusste eh jeder, dass sich da ein komischer Deutscher in der Schule rumtreibt und alle waren total interessiert. Der Abend wurde richtig so lustig, er fand bei dem Malerkollegen James Powers statt. Ein Ire mit Hardcore-Akzent der so nuschelt, dass man fast hilflos ist. Wie lange habe ich schon auf so einen Abend gewartet, es gab super Essen, heisse Diskussionen, Gejohle und brennende Fürze im Hinterhof. Mein Gott! Und in der nächsten Bar gings gleich weiter, die Leute sind einfach alle zu gut drauf!



Barbeque Party

Samstag morgen, ich stelle fest dass ich mein deutsche Handy verloren habe. Shit, irgendsowas musste ja passieren. Na ja, dafür war der Abend gut. Ich verabredete mich mit Oehlen zum (Hangover-)Mittag und als wir ins Lokal kamen, wurde gleich schon kräftig gewunken. Da saß David Nolan zusammen mit Richard Artschwager. Artschwager ist uralt, kam aber gleich mal mit Deutsch um die Ecke. Und mit einem deftigen Lied bei dem man froh war, dass es niemand sonst um uns herum verstand. Er war im 2. Weltkrieg Spion gegen die Deutschen, aber irgendwas hat er da falsch in Erinnerung… Aber hinsichtlich der Erlebnisse in der Schule sagte Artschwager dann auch wieder etwas denkwürdiges: “ARTIST, HALT’S MAUL”. Und das wo die hier alle auf das Gegenteil hin trainiert werden.
Ich bin danach noch schnell in die Kavi Gupta Gallery und die Andrew Rafacz Gallery Hallo sagen gegangen, bevor es bei meinem neuen Kumpel James schon wieder ein kurzes Dinner gab. Wir zogen dann los zur Artschwager-Eröffnung in der Corbett vs. Dempsey Gallery, eine tolle Ausstellung mit Papierarbeiten. Mit den Jungs habe ich mich zwischendrin in die Kneipe abgesetzt, war dann aber pünktlich um acht wieder zurück, als es zum geladenen Dinner ging. Ich fuhr im Auto mit Christopher Wools Vater, ein lustiger Typ. Das Essen war dann sehr launig, die Konversationen angenehm. Aber jetzt kommt die Knallerstory:
Gegenüber von unserem Tisch fand eine ziemlich ordinäre Geburtstagsfeier statt, mit einem ca. 40jährigen Typen mit blöder Geburtstagskindsmütze und alle schrienen wie blöde. John Corbett hielt dann einen Toast auf Artschwager, der sich dann erhob, um eben auch eine Rede zu halten. Dabei hatte er aber anscheinend vergessen, wer zu ihm gehörte, drehte sich weg von unserer Tafel und er hielt seine Rede hin zum anderen Tisch mit den Geburtstagsdeppen und den Bommelmützen. Die Rede verstand auch keiner, es ging vermutlich um Chicago, als er fertig war, drehte er sich wieder zu uns und setzte sich. Versteht ihr wie ich das meine, also er hat seine Rede einfach den falschen Leuten erzählt. Es war so komisch, alle mussten tierisch an sich halten, um den 87jährigen Richard nicht zu verunsichern. Es bricht jetzt noch aus mir heraus…man kann es sogar auf den Bildern erkennen.


Dinner für Richard Artschwager

Ich schwang mich nach den letzten Drinks an der Bar ins nächste Taxi und erwischte noch die ganze Gang von gestern abend, here we go again! Wir hatten 3 Kneipen hinter uns und wollten dann tanzen gehen, der Türsteher wollte aber meinen Perso nicht anerkennen, den man ja immer vorzeigen muss. Er wollte nen Reisepass oder so. Nach längerer Plauderei sagte er, wir sollen nochmal um den Block gehen und dann wiederkommen. Er machte dann eine super gute Show, er kontrollierte wieder meinen Pass, hielt ihn aber wahnsinnig verdeckt in den Händen, so dass es niemand sah. Währendessen steckte ihm der Kollege Toni 10 Dollar in die Tasche. Schwupps war ich drin und was haben wir getrunken und getanzt. Wie die Wilden. Thanks Chicago!


Kleines Fundstück im Schaufenster des Hochzeitsfotografen neben dem Club, würg….

Day#15-16 // ART CHICAGO // Roadtrip to Indianapolis

In Uncategorized am 4. Mai 2011 um 6:55 vormittags

Urrrggh, das ist früh, 4Uhr, aber es ist schön die Stadt so ruhig zu sehen. Erst auf dem Weg wird mir klar, dass gestern die Stadt voll mit Osama-Parties war, ich habe davon nichts itbekommen. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ethisch-moralisch was mit diesen Parties nicht korrekt ist, obwohl viele New Yorker natürlich das Recht des Feierns darüber haben, ihren inneren Frieden gefunden zu haben. Aber Rache ist irgendwie auch immer falsch. Kein Ahnung…?! Schlaue Leute werden schlaues darüber schreiben, man wird sehen. Die Zeiten werden ja aber auch nicht besser.

Also nun weiter nach Chicago, dort werde ich vom Kurator und Künstler Scott Grow vom Flughafen abgeholt. Wir fahren nach einem Sandwich im Meatpackers-District weiter zur Art Chicago und NEXT und was soll ich sagen, es war das Grauen. Also so eine üble Messe hab ich lange nicht gesehen, Scott hatte mich vorgwarnt. Tjaaa, Glückwunsch, von mir gab es auch 2 Bildchen – immerhin in einer akzeptablen Koje. In dieser Kaufhausatmosphäre in irgendeinem Hochhaus kam kaum das Gefühl einer internationlen Messe auf, die es offensichtlich auch nicht war. Die NEXT war dabei noch die bessere Messe, auf der Art gabs fast nur Müll.Ein paar winzge Schätze waren zu finden, ein kleiner Wool, ein schöner Caroll Dunham, kleine Prints von Oehlen und Rainald Goetz. Das war aber auch schon. Man man man…

Scott und ich brachen dann gen Indianapolis auf, ein netter Roadtrip von 3 Stunden, ich hielt ein Schläfchen, an uns zog Farmland vorüber.

In idyllischer Ruhe schlief ich viel zu lang und musste feststellen, dass mir der Big City Groove schon jetzt fehlte. Es macht mich einfach nervös zu wissen, dass draussen nichts wildes vor sich geht. Mitten in der Nacht rief mich dann auch noch Pfarrer Müller vom Hospitalhof Stuttgart an wegen irgendwelcher Kataloge. Apropos Katalog: ich konnte es kaum glauben, 3 meiner Heppenheimkataloge haben nun doch den Weg nach NY geschafft – ok, da bin ich zwar gerade nicht, aber ich habe die Chance, sie nächste Woche in der Hand zu halten. Die anderen sind zwar noch immer verschollen, aber immerhin. Ich bin wieder ein Künstler der ein Werk vorzeigen kann! Beim Frühstück bin ich der glücklichste Mensch auf der Welt.
Scott zeigt mir dann das Museum of Art, mit einer äußerst netten Sammlung. 2 meiner Lieblingskünstler sind mit feinen Stücken vertreten, Pissaro und Bonnard. Wir treffen gleich den Direktor und auch noch den Kurator vom Museum of Contemporary Art, Scott ist ein bunter Hund. Wir sehen ein paar kleine Galerien an, einen Studiovisit bei einem Casey und enden in einer netten Pizzaria, wo eine Künstlerin namens Daniele hinzustösst und Christopher West, in dessen Koje ich in Chicago hing. Später gings weiter in einen netten Pub, ein Künstler namens Nick stieß hinzu. Das lustige war, dass ungelogen JEDER der genannten Personen wusste wer ich bin, auf alle Fälle aber meine Arbeiten kannte. Zu schräg, nur weil hier mal 3 kleine Leinwändchen in einer Minigalerie hingen und eine Arbeit, die ich nicht mal selber gemacht hatte im Museum, da meine bei der Post (aha) verschollen waren und ich nur eine Anleitung an den Kurator schicken konnte. Im Pub kam dann noch der Direktor des Painting Departments der Kunsthochschule zu mir um mir zu meinen fantastischen Arbeiten zu gratulieren. Verdammt, ich bin scheinbar ein bekannter und beliebter Künstler in Indianapolis in the middle of nowhere! Das ist definitiv zum schießen komisch!

Day#14 // Columbia University

In Uncategorized am 2. Mai 2011 um 7:00 vormittags

Am Mittag breche ich auf, um ein paar Sachen zu besorgen. Kaum an der hispanic – Demo vorbei, wer kommt mir da entgegen? Der liebe Jacomo. Den hab ich erstmal zurecht gestutzt! Na ja, nächstes Mal vielleicht, so gehts ja nicht. Und vor lauter Frust dass meine Heppenheimkataloge leider mittlerweile verschollen sind, bzw. nur der Packetschein hier ankam (wie kann das denn sein – ist das Packet überm Meer abgefallen??!!), habe ich Frustkäufe getätigt. 2 neue Sonnenbrillen und eine geile neue Retrobrille. Jetzt gehts mir besser!

Weiter gehts zur Absolventenausstellung der Columbia University im Malereidepartment in Queens (” 2011 MFA Thesis Exhibition” at Fisher Landau Center for Art), ein netter Sommerevent mit Freigetränken und Snacks, natürlich auch Kunst. Vieles sah nach Kunst aus und war gar keine, aber es gab durchaus auch ein highlight für ich, eine Videoarbeit. Da stecke ich normalerweise gar nichts so drin, aber das hab ich mir gleich dreimal angeguckt. Komische Performances gabs auch, alles in allem aber eine sehr amerikanische Veranstaltung, die gelifteten Sponsorinnen hatten auch ihren Auftritt…
Im Hotel hieß es dann packen, denn morgen früh um 4 muss ich los nach Chicagooooooooo!!!!

Day#13 // Coney Island – Just Kids

In Uncategorized am 2. Mai 2011 um 6:39 vormittags

Am Morgen ruft die lästige Pflicht und so trabe ich doch recht übernächtigt zum Waschsalon, dort läuft der Typ vom Bild oben vorbei mit den größten Kopfhörern ever. Völlig zurecht pfeift mich auf dem Weg ins Chelsea ein Frisör in seinen Laden und stutzt mir die verfärbte Mähne, herrlich. Das sind richtige Barber, eine Hand in der Hüfte, die andere am Rasierer. So geht Haare schneiden! Topp.

Mit meiner NY-Kameradin Jule breche in nach Coney Island auf, wenn das Geschrei in der Metro lauter wird, weiss man ja schon immer dass man in ärmere Gegenden kommt. Kaum raus aus der Bahn ist die Promenade gefüllt mit dicken Frauen in lila Glitzertrainingsanzügen und derber Gesichtsbemalung. Herrlich! Jule und ich haun uns gleichmal den Magen mit Krabbenburgern und Hotdogs voll. That’s America!!!
An der Promenade gibt es dann die Coney Island Dancers, die unter einer magischen Glocke aus Haschischwolken irre bekloppten Beachboytänze aufführen. Da ist Fremdscham hoch zehn angesagt. Doch dann kommt die Rettung: eine schwarze Big Mama im bunten Wickelkostüm und Turban setzt zu rythmisiert beschwingten Bewegungen an — yeah, that’s stayle! Aber kaum reibt man sich kurz die Augen und schon schlägt sie ein doppeltes Rad und landet im Spagat! Meine Fresse, hier gehts ja ab!
Jule und ich machen Wettrennen am Strand und halten unsere Füße ins eiskalte Meer, wir kommen uns vor wie Patti Smith und Robert Mapplethorp, es ist genauso runtergekommen wie von denen beschrieben. Was für ein schöner Ausflug!

Am Abend versetzt mich leider mein neuer Clubkollege Jacomo, mit dem ich eigentlich für weitere Parties verabredet war. Da war ich ein wenig sauer, aber eigentlich auch ziemlich müde, denn nach Coney Island gabs noch eine kleine Shoppingtour, meine Schuhe hatten schon Löcher und ich brauchte dringend neue.

Day12 # Studio, Fashion, Party: it’s Friday

In Uncategorized am 30. April 2011 um 4:47 nachmittags

Bushwick in the middle of nowhere, aber kaum aus der Metro raus erwartet mich ein Café, wie es kunststudentenmäßiger kaum sein kann, coffee to go. Dann führt mich der Weg durch dröges Industriegebiet. Ich frage einen Mechaniker nach der Straße, aber wie ich schon festgestellt habe, bringt das überhaupt nichts. Die schicken einen immer sonstwo hin. Und so war es auch hier, ich frage ihn nach der Straße, er antwortet zahnlos sowas wie: “Ohh, this is all the way up to Quenns!” Ich schaue hoch und ich stehe bereits vor der Straße. Danke für die Hilfe!
Ich besuche Anna KE und Florian Meisenberg mit denen ich in Düsseldorf studiert hatte und die durch Stipendien in New York gelandet sind. Und wie sie gelandet sind! Sie haben sich ein eigenes 200qm Studio wie es schöner gar nicht sein kann. Wow, ich freu mich für sie! Ihre Arbeiten sind toll, wir trinken Tee und plaudern, schön wars. Aber die Zeit drängt, zackig in die Bahn. Ich komme in eine Gegend die wie der Prenzlauer Berg wirkt, in der Mitte von Brooklyn und verlaufe mich ein bisschen. Allein dafür sind die Studiovisits unheimlich toll, man bekommt die Stadt in all ihren Winkeln zu Gesicht. Ein Schrotthändler fragt mich wo ich denn hinwill und siehe da, das Atelier von Jim Lee ist direkt hinter seiner Werkstatt. Jim hat sogar extra einen Aushang für mich an das Tor geklebt. Und was soll ich sagen, endlich mal ein richiger Empfang, er drückt mir gleichmal eine Bierdose in die Hand. Budweiser.

Jim’s Arbeiten haben einen guten Humor, obwohl sie sehr gewissenhaft gedacht sind. Sie haben eine sehr sensible Materialästhetik, irgendwie sind sie alle nahe am Ziel vorbei. Das steht ihnen gut. Ich bin gespannt sie demnächst beim Duve in Berlin zu sehen. Und so hat es Spaß gemacht über Jims Bilder zu reden, Bier zu trinken, viel zu lachen und letztendlich in der nächsten Bar zu landen. Leider hatte ich nicht allzu viel Zeit, gleich weiter.

Völlig abgewetzt komme ich ins Chelsea, vorallem mit einer zum platzen vollen Blase, ich dachte ich schaffe es nicht mehr. Nun hat sich aber seit vorgestern die Hotelcrew in den Kopf gesetzt, dass ich als neuer Langzeitbewohner einer von ihnen bin und jeder will mich nun ständig in einen Smalltalk verwickeln. Ich hatte selten so Schmerzen und so schmiss ich wild gestikulierend dem einen einen versprochenen Zettel mit Ausgehtipps für Berlin entgegen und zwinkerte liebevoll der Hostess zu, die mich fragte wie lange ich noch im Hotel bleiben werde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Zwinkern gut aussah, eher so krampfig wie nach einer Blinddarm-OP. Ich hoffe sie nimmt es mir nicht übel. Immerhin halten sie schon immer meinen Schlüssel in der Hand, wenn ich durch die Pforte geweht komme, 320.
Schnell umziehen, kurz vor knapp poppe ich dann noch 20h in der supervollen Renwickgallery in Downtown herein, das war alles ganz schön oberflächliches Zeug, sehr hipp, so wie die Leute, vielleicht bin ich aber auch eingenommen von den tollen Atelierbesuchen heute, die mir viel gegeben haben. Ich war aber eingeladen, also ein Pflichttermin – hab mich aber schnell wieder vom Acker gemacht, ich glaube in NY muss man schon echt ein bisschen connected sein, damit sich jemand mit dir unterhält. Denn das i-phone ist ja auch sehr wichtig.


Als ich  kurz vor Mitternacht aufbrach um mich ins Nachtleben zu stürzen, begegnete ich vom Cheslea einem anderen Weltenbummler, Jacomo. Der war wie ich auch alleine unterwegs und schloss sich mir an, wie lustig. Und so ging es zu einer Party des RE:QUEST Modelbookers Gaspard im Richard Lohr Studio nahe des Union Squares. Super Angelegenheit: coole Location, gute Musik, exzessiv durchgeknallte Models, die sich notfalls beim Tanzen auf dem Boden wälzen.

Neu-Freund Jacomo wusste noch weiteres, als mit dem Cab in den nächsten Club auf der 5th und ENDLICH: Transen. ich hatte immer so das Bild dass überall hier Transen sind, man hatte mich auch gewarnt dass das Chelsea voll mit Transen ist. Bisher war dem nicht so, es geht auch nur um den Spaßfaktor. Na ja, nun  gabs diese riesige Party, eben auch mit Transen (aber auch genug normalen). Es wurde durchgetanzt bis um 4, bis der Boden so klebte, dass tanzen eh nicht mehr möglich war…

Day#11 // SOHO Day in the Rain

In Uncategorized am 29. April 2011 um 3:25 vormittags

Regen, Sonne, Regen, Sonne… So ist es nunmal, also wache ich mit Regen auf, gehe im herrlichen Sonnenschein raus und komme völlig durchnässt und triefend zurück. Verdammt es ist Sommer, but who cares about rain? I like it! Und in New York trägt man ja immer Sonnenbrille. Die sind zu hart. Es gibt ja eigentlich eine klare Regel. Man trägt eine Sonnenbrille, weil…

a) … die Sonne scheint.
b) … man ist ein Star.

Also alles Stars. All right! Immerhin lief mir Model Cesar Casier über den Weg, der mit dieser Campagne eigentlich für mich den perfekten Frühlingslook dargestellt hat:

Leider habe ich dann meinen Kollegen Jason Loebs (der gerade im Whitney Program ist) nicht durch den Frühling, sondern durch den Regen gejagt, um ihm die Galerie Dennis Kimmerich zu zeigen, die ja mal in Düssldorf auf meinem “Schulweg” lag und etwas vom jungen New Yorker Taste ins Rheinland brachte. Ned Vena oder Steven Claydon zum Beispiel. Gerade bringt Kimmerich nun leider den Taste of really bad spanish painting nach SOHO. Für meinen Geschmack eine furchtbare Show, schade. Übrigens fiel mir erst jetzt wieder ein, dass ich Jason in Berlin mal sturzbesoffen in ein Taxi getragen hatte, da er sich mitten in der Nacht auf klatschnassem Kopfsteinpflaster das Bein gebrochen hat. Der war übel dran…

Vorher war ich nun endlich mal im NEW MUSEUM und habe mir die George Condo Ausstellung angeschaut. Man muss es mögen, aber die Ausstellung an sich ist super. Nur mit Lynda Benglis eine Etage tiefer konnte ich ziemlich wenig anfangen, das sieht im 30 Jahre später einfach nicht mehr gut aus… Man durfte leider nicht fotografieren. Immerhin eine Rose von Isa Genzken außen.

Es ging in der übervollen, aber immernoch superstylishen U-Bahn (s.o.) weiter zum Treffen mit dem Maler Garth Weiser in seinem Studio an der Brooklin Bridge. Ich war überrascht dass er mich überhaupt eingeladen hatte, denn nächste Woche Freitag startet seine Show bei Casey Caplan in Downtown Manhatten und da sind auch Hallen zu füllen!!! Ich bin gespannt darauf, es war ein nettes kurzes Treffen, da er noch einiges vorzubereiten hatte, wir werden es bei einem Bier fortführen…

Übrigens sieht es so aus meinem Zimmerfenster aus, bevor der Donner losgeht, alles rot!!!!

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