henningstrassburger

Day#26-27 // Hardcore Artwalk

In Uncategorized am 15. Mai 2011 um 5:42 pm

Gestern Abend noch auf der Bühne, heute schon in einen Smalltalk verwickelt. Pianist Levingston und ich hielten einen kleinen Plausch auf der Straße. Wie es sich eben gehört unter Künstlern. Aber ich hatte es eilig, denn ich hatte eine Mission zu erfüllen, für den Kollegen Diefenbach im fernen Frankfurt:

–ERBEN GALLERY LOOKS GREAT–STOPP–TOLLE AUSSTELLUNG–STOPP–ERBEN SEHR NETT–STOPP–IRRE GUTES BILD VON KOETHER–STOPP


Erben Gallery

–TILTON IM DRITTEN ANLAUF ENDLICH GEFUNDEN–STOPP–STAFF SEHR UNFREUNDLICH–STOPP–AUSSTELLUNG BIZARR–STOPP–GROSSARTIGE RAEUME–STOPP–DIEFENBACH WAERE DORT MAL WIEDER FAELLIG–STOPP–UNBEDINGT SOGAR–STOPP–



Tilton Gallery

Dann hab ich noch 5000 andere Galerien angesehen, mein Gott, das nimmt alles gar kein Ende mehr. Allerdings war ich in einer fantastischen Gruppenausstellung nur mit Malerinnen, das war eines meiner highlights bisher. Eine Projektausstellung von Harris Liebermann, von Amy Sillmann über Cecily Brown bis Dana Schutz. Meine Lieblingsarbeit war aber ganz klar das Bild mit Henkeln oder Ohren (je nachdem) von der leider schon in den 90igern verstorbenen Künstlerin Moira Dryer. Ein Knaller. Auch gut fand ich Rebecca Morris und mit Joyce Pensato kann ich auch immer mehr anfangen.



Liebermann: A Painting Show


Moira Dryer


Zum Mittag habe ich mich dann in meinem Lieblingslokal mit den Kavi Gupta Leuten Julia und Peter getroffen, das war super nett. Das Lokal ist auch der Hit, für 13 Dollar tischen die einem Portionen auf, unfassbar und vorallem unschaffbar! Am Abend dann zur Eröffnung von “Gold Records” – ich bin schon voll drin, es stürmte gleich die Assistentin von der James Fuentes Gallery auf mich zu, die ich am Nachmittag kennengelernt habe. So hatte ich gleich Smalltalk-Anschluss. Es war aber alles ohrenbetäubend laut, so voll war die Eröffnung. Mit Juliane dann weiter in die Beauty Bar gezogen, wo man sich während des Trinkens noch die Nägel machen lassen kann, zumindest als Frau. Ganz lustig, könnte auch in den Prenzlauerberg passen. Bars mit Clou. Wer’s mag…


Opening Gold Records



de Kooning at the Pace Gallery

Am Samstag nun in der Upper Eastside unterwegs gewesen und ziemlich ausgelaugt vom Big City Life. Nun gut. Nachdem ich nun endlich die Tilton Galerie gefunden hatte (ich hatte immer die falsche Adresse notiert) sah ich mir die GROSSARTIGE de Kooning Ausstellung bei Pace an. Meine Güte, ich konnte gar nicht mehr aufhören hinzusehen!
Am Abend wollte ich dann noch schnell zur Eröffnung des Whitney Study Program. Auf dem Weg durchs Treppenhaus im Chelsea dröhnte plötzlich Gitarrensound an mein Ohr und siehe da, in Zimmer 303 verbirgt sich doch tatsächlich ein Frisörstudio, das zur Sommerparty geladen hatte. Irgendwie ist es schon schräg hier und mir erschließt sich auch mehr und mehr das Geheimnis, was dieses Haus mit sich trägt. Es ist ein Hort von Seltsamkeiten. Gestern kam mir z.B. ein alter Mann mit weissen Haaren entgegen, die Haare waren aber komplett tätowiert. Er wohnt wohl im 2. Stock und keiner weiss was er macht. Man wird übrigens wenn man länger als 20Tage im selben Zimmer wohnt “Resident” und bezahlt normal Miete. Das ist skuril.
Nun gut, ab zum Whitney Program. Das war aber eher lahm. Hier wird Kunst mehr oder weniger rein theoretisch gelehrt, so sah es dann auch alles aus – es hätte alles von ein und der selben Person stammen können. Aber das Programm hat ja einen ziemlich guten Ruf… Schnell ein Bier gekippt, ich konnte kaum noch stehen, weil ich so alle war.


Roomparty at The Chelsea


Whitney Study Program

Na ja, hilft ja aber alles nix, ich hatte ausserdem noch der Hotelconnection versprochen mit ins Moma PS1 zu kommen. Und das hat sich mal richtig gelohnt. Ich dachte ja ich gehe zu einer Performance, es war abe ein richtiges Konzert der Band SSION. Ich wunderte mich beim Warten auf meine Kumpels schon, warum immer mehr exzentrische Gestalten auftauchten, ein Typ der WIRKLICH Jesus war, Frauen mit extravagenter Robe und entblößten Hintern, vollbärtige Männer in Miniröcken. Dann ging das Konzert los und ich war echt geflashed, das war knallhart. Pop vom allerfeinsten, der Frontmann mit dem Charisma eines Freddy Mercury was mich sehr beeindruckte, und eine tolle Bühnenshow, voll mit tausend Lady Gagas als Background, dagegen ist die eine Grundschülerin. Allein jeder einzelne Bandmusiker war eine völlig präzise Figur, da war von den Beachboys bis Klaus Nomi, The Strokes bis Rufus Waynwright alles dabei, und die Frauen erst… Super, ich werde definitiv ein Fan! “So muss 2011 aussehen” sprachs und wir begossen und betanzten die Erkenntnis in 3 weiteren Clubs und einer Houseparty. Keine Ahnung wo ich war, aber danach alleine mit dem Taxi durch die nächtlich düstere Stadt zu fahren hatte etwas sehr befreiendes.


SSION

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